Vorstellungsgespräch: Mit dieser Technik überzeugen Deine Antworten!

Im Vorstellungsgespräch wirst Du mit einer ganzen Reihe von Fragen gelöchert. Ein großer Teil dieser Fragen besteht dabei aus Klassikern wie:

„Warum sind sie für die Stelle geeignet?“

„Was sind Ihre Stärken?“

 

Das Gute an diesen Fragen ist die Tatsache, dass Du deine Antworten dazu im Vorfeld vorbereiten kannst und in diesem Artikel erfährst Du die dazu passende Strategie. Konsequent angewendet, wirst Du dann im Gespräch mit perfekten Antworten zu überzeugen wissen.

Interessiert? Dann lass uns loslegen!

Welche Arten von Fragne gibt es?

Du bekommst im Vorstellungsgespräch scheinbar alle möglichen und unmöglichen Fragen gestellt, doch kannst du diese in der Regel einzelnen Kategorien zuordnen.

So gibt es Fragen, in denen Fakten abgefragt werden, wie z.b. Gehaltswunsch, Umzugsbereitschaft etc.
Dann gibt es manchmal die sogenannten Stressfragen, bei denen Deine Reaktion, Agilität oder Deine Schlagfertigkeit getestet wird.
Die größte und wichtigste Kategorie ist aber diejenige, in der nach Deinen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen gefragt wird. Und um genau diese Kategorie geht es.

Zu dieser größten Kategorie werden wir uns jetzt überlegen, wie Du diese Fragen so beantwortest, dass die Interviewer überzeugt sind.

Dazu müssen wir uns einmal kurz in die Lage des Interviewers begeben. So ein Personaler führt häufig zig Job Interviews pro Woche und auch ein potenzieller Vorgesetzter wird sich mehrere Kandidaten für die von ihm zu besetzende Stelle ansehen.

Und das ist für die beiden ein Problem, denn wie sollen sie sich zu jedem einzelnen Kandidaten alle relevanten Aussagen merken?

Klar, natürlich können sie sich Notizen machen, aber sind wir mal ehrlich, auch anhand von Notizen erinnert man sich nicht an alles. Gerade wenn man mal an einem Tag mehrere Interviews hintereinander führt.

Das ist auf der einen Seite ein Problem, denn so wirst Du mit Deinen Konkurrenten um die Stelle nicht danach bewertet, was Du genau gesagt hast, sondern Du wirst danach bewertet, woran sich die Interviewer später erinnern können.

Ist das unfair? Das kann es tatsächlich sein, aber daran änderst Du nichts und ich auch nicht. Das ist einfach so und es ist auch normal, weil es in der Natur des Menschen liegt.

Du kannst Dir dies aber zu Nutzen machen. Und zwar indem Du deine Antworten so gestaltest, dass die Interviewer sie nicht vergessen und sie sich damit besser an Dich als an Deine Konkurrenten erinnern.

Doch wie gelingt es Dir nun, Deine Fähigkeiten so darzustellen, dass der Interviewer sie keinesfalls vergisst?
Ganz einfach indem du sie in eine Geschichte einbettest. Anschauliche Geschichten bleiben besser im Gedächtnis haften, als reine Behauptungen bzw. Aussagen. Und das kannst Du für Dich nutzen.

Bevor Du jetzt denkst. „Was soll ich mir denn jetzt für Geschichten ausdenken?“ Zeige ich Dir direkt das Schema, mit dem Dir das ganz einfach gelingt.

Zusätzlich gibts am Ende einen kleinen Zusatztipp mit dem die Geschichten noch wirkungsvoller werden.

Los gehts!

Die TOR Technik

Als erstes schnappst Du Dir die Stellenanzeige und gehst die Liste der gewünschten Fähigkeiten durch. Anschließend überlegst Du, wo Du die einzelnen gewünschten Fähigkeiten in der Vergangenheit schon einmal gezeigt hast und notierst Dir das Ganze. Das könnte am Ende zum Beispiel so aussehen:

Beispiel Disziplin: Bachelorarbeit unter Zeitdruck und Nebenjobs pünktlich abgeschlossen
Beispiel Teamfähigkeit: bei einem Streit im Job zwischen zwei Kollegen vermittelt
Beispiel Führung: ein Projekt angenommen, die Kollegen von der Dringlichkeit überzeugt und dafür gesorgt, dass alle abliefern.

Merkst du was? Jetzt hast Du deine Fähigkeiten und Deine groben Beispielgeschichten automatisch beieinander. Was jetzt nur noch fehlt, ist eine Struktur, um diese Geschichten auch greifbar und überzeugend zu machen.

Und diese Struktur lässt sich am einfachsten mit der TOR-Methode erstellen. Dabei stehen die Buchstaben für:

Totale
Optionen
Resultate

Schauen wir uns jetzt mal die drei Bereiche im Detail an.

Totale:
Im Film steht die Totale für eine Kameraeinstellung, bei der ein Übersichtsbild gezeigt wird und im Grunde genau machst Du auch zum Anfang Deiner Geschichte nichts anderes.

Du schilderst Deinem Gesprächspartner die Ausgangssituation, in der Du dann Deine Fähigkeit gezeigt hast. Vielmehr als ein paar Sätze sollten es allerdings nicht sein, besser ist es, kurz und präzise die Situation von damals zu beschreiben.

Hast du das gemacht, schließt sich als nächstes das O an. O steht hier für

Optionen:
Welche Optionen gab es? Welche Entscheidungen standen an. Hier ist es wichtig das Du im ersten Schritt klarmachst, was genau die Herausforderung war und welche alternativen Möglichkeiten es gab. Der Interviewer muss verstehen vor welcher Entscheidung Du standest und welchen Weg Du gewählt hast.

Im zweiten Schritt erläuterst Du die Option, die Du gewählt hast. Warum hast Du Dich so entschieden und was genau hast Du damals aus welchem Grund unternommen?

Wichtig ist hierbei, dass Du selbst etwas proaktiv vorangetrieben haben. Eine Problemlösung nach dem Motto „Wir hatten ein Problem, ein anderer hat etwas entschieden und ich habe mitgemacht“ ist eine denkbar schlechte Antwort. Passive Mitarbeiter will kein Arbeitgeber haben.

Im dritten Teil Ihrer Antwort geht es um das R.

Resultate:
Was ist am Ende bei allem herausgekommen? Was war die Konsequenz Deines Handelns? Wie sah der Erfolg aus und was war genau Dein Anteil daran? Idealerweise wird hier das Problem aus Schritt 1 (Totale) durch Dein handeln gelöst.

Dieser Punkt ist sozusagen der Beweis für Deine Fähigkeit. Du warst einer Problemsituation ausgesetzt, hast Deine Fähigkeit genutzt um die richtigen Entscheidungen zu treffen und zu handeln und hast damit das Problem aus der Welt geschafft.

Wenn Du Deine Geschichte nach dem Schema erzählst bleibst Du definitiv in Erinnerung.

Zusammengefasst lässt sich die TOR-Formel auch auf die Beantwortung von drei Fragen reduzieren:

Totale: Wie sah die vorliegende Situation aus?
Option: Was habe ich selbst unternommen, um das Problem zu lösen?
Resultat: Zu welchen Ergebnissen hat meine Handlung geführt?

Praktisches Beispiel

Soweit zur Theorie. Anschaulicher wird das Ganze an einem praktischen Beispiel.
Wenn in der ausgeschriebenen Stelle jemand mit Verhandlungsgeschick gesucht wird, dann kannst du dies mit der TOR Methode zum Beispiel folgendermaßen „beweisen.“

Als erstes suchst Du Dir eine Situation aus Deinem Berufsleben heraus, in der die Herausforderung darin bestand, eine schwierige Verhandlung zu meistern.

Dann beschreibst du, was du konkret unternommen hast, um die Herausforderung zu bewältigen. Zum Abschluss beschreibst Du dann das Ergebnis und Deinen Anteil daran.

Das kann sich dann so anhören.

Als ich vor einigen Jahren meinen Job als Key Accounter bei der Firma Meier begann, stellte ich fest, das einer unserer langjährigen Kunden noch völlig veraltete Lieferkonditionen hatte, die dazu führten, das wir mit ihm zwar Umsatz machten, jedoch so gut wie nichts verdienten. Da dieser Kunde wichtig für unser Renommee war, hatte sich bisher niemand getraut mit ihm nachzuverhandeln. Ich habe mich dann nach Rücksprache mit meinem Chef mit diesem Kunden in Verbindung gesetzt und die Lieferbedingungen neu verhandelt. In den darauffolgenden zähen Verhandlungsrunden, die ich leiten durfte, haben wir es geschafft, eine Verbesserung von 7% zu realisieren, ohne das der Kunde abgesprungen ist. Sein Auftragsvolumen hat er ebenfalls nicht gesenkt. So konnte unsere Abteilung ein besseres Jahresergebnis abliefern und ich durfte anschließend sogar unserer Geschäftsführung berichten, wie ich dieses Ergebnis in die Wege geleitet habe.“

Wie stehen die Chancen, dass die Interviewer die Fähigkeit Verhandlungsgeschick mit diesem Kandidaten in Verbindung bringen? Definitiv besser, als wenn der Kandidat nur ganz trocken angegeben hätte diese Fähigkeit zu besitzen.

Das tolle am TOR Schema ist seine Allgemeingültigkeit. Es funktioniert nicht nur beim Thema Verhandlungsgeschick bei einem Vertriebler.

Ganz im Gegenteil, Du kannst jede nur denkbare Fähigkeit oder Stärke nach diesem Schema aufbauen. Wichtig dabei ist natürlich, dass Du dies mit deinen eigenen Worten formulierst, denn nur so wirkt sie auch authentisch.

Zusatztipp

Wenn du deine Geschichte nach dem TOR Schema erzählst, dann kannst du zum Abschluss hinzufügen, wie Du Dich durch die bestandene Herausforderung persönlich weiterentwickelt hast. Wie Du also persönlich gewachsen bist. Dadurch gewinnst Du bei den Interviewern nochmal deutlich an Profil und das wird Deine Chancen weiter verbessern.

Viel Erfolg und Spaß beim Umsetzen!

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