Wie werde ich eine gute Führungskraft.

Wie werde ich eine gute Führungskraft? In 3 entscheidenden Schritten!

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Deutschland ist schon ein merkwürdiges Land. Für so ziemlich alles brauchst du hier eine Ausbildung oder mindestens ein Zertifikat. Nur bei der Frage: „Wie werde ich eine gute Führungskraft?“ geht es anscheinend ohne.

Das wurde mir letztens im Gespräch mit einer Führungskraft in der Pause eines Trainings mal wieder klar.

Das Feedback einer Führungskraft:

„Klasse, das wir uns mal inhaltlich mit den Werkzeugen von Führung beschäftigen und ich auch mal ein paar Hintergründe verstehe. Damals bin ich ja so in die Rolle reingerutscht und war auf einmal Chef.“

Auf meine Frage, wie er denn gelernt habe, sein Team zu führen, bekam ich folgende Antwort:

„Try and Error. Hat lange gedauert und ich weiß immer noch nicht, ob ich alles richtig mache, aber irgendwie komme ich zurecht.“

Und das ist meiner Erfahrung nach keinesfalls eine Ausnahme.

Warum so viele unvorbereitet in Führung starten

Ich habe es selber im Laufe meiner Karriere immer wieder erlebt, dass die beste Fachkraft aus einem Team heraus zur Führungskraft befördert wurde. Und dann sollte sie ihre ehemaligen Kollegen am besten von Tag 1 an exzellent führen.

Ohne dabei ein geeignetes Onboarding, geschweige denn eine intensivere Ausbildung in Sachen Leadership bekommen zu haben.

Hat manchmal geklappt, aber meistens nur in Verbindung mit vielen vermeidbaren Fehlern und einem unnötig hohen Stresslevel.

Teilweise ging es sogar richtig schief.

Und obwohl so viel über Leadership gesprochen und geschrieben wird, (u.a. auch auf diesem Blog hier ;-)) scheint es immer noch ein häufiges Phänomen zu sein, dass viele ohne jegliche Vorbereitung in Führung reinrutschen.

In Kurzform sieht das dann oft so aus: Du machst einen guten Job, wirst befördert und plötzlich bist du Führungskraft. Gratulation!

Neue Aufgaben, neue Verantwortung… aber keine Zeit, kein Coaching, keine Strategie.

Meistens ist man sogar noch der Chef seines ehemaligen Teams. Man kennt sich also, man mag sich, und plötzlich sind die Rollen komplett neu verteilt.

Die typischen Herausforderungen für neue Führungskräfte

Und dann? Dann geht es los mit den Herausforderungen:

  • Du willst nahbar bleiben, aber professionell führen.

  • Du sollst delegieren, aber hast nie gelernt, wie man loslässt.

  • Du sollst Feedback geben, willst aber nicht anecken.

  • Du sollst Entscheidungen treffen, obwohl du selbst noch gar keine Übersicht hast.

Das kann auf den ersten Blick schon ganz schön überfordernd wirken und Selbstzweifel wecken. Muss es aber nicht.

Denn das Problem ist nicht mangelndes Talent, sondern – wie gesagt – eine mangelhafte Vorbereitung.

Und das ist die gute Nachricht. Denn das bedeutet nämlich auch: Führung kann man lernen.

Wie werde ich eine gute Führungskraft in drei essenziellen Schritten?

 

1. Verabschiede dich vom Anspruch, sofort „fertig“ zu sein

Viele neue Führungskräfte gehen mit einem Denkfehler an die Sache ran:

„Jetzt bin ich Führungskraft, jetzt muss ich auch alles können.“

Falsch!

Führung ist kein Schalter, den man umlegt. Es ist eine Fähigkeit, die sich durch Training, Erfahrung, Reflexion, Feedback und Austausch entwickelt.

Du darfst Fehler machen. Du darfst unsicher sein. Wichtig ist nur, dass du offen bleibst für Entwicklung. Sprich mit deinem Team über deinen Einstieg. Frag aktiv nach Rückmeldungen. Zeig, dass du lernen willst. Das wird dir als Stärke ausgelegt, nicht als Schwäche.

Warum das so ist? 

Betrachte es dazu einmal aus dieser Perspektive: Würdest du von einem neuen Teammitglied verlangen, dass es nach Tag 1 alles im Griff hat? 

Eben.

2. Kläre deine Rolle: Zuerst mit dir selbst, dann mit anderen

„Führungskraft“ ist keine einheitliche Jobbeschreibung. Jede Rolle, jedes Team, jede Unternehmenskultur bringt eigene Erwartungen mit. Was genau wird von dir erwartet? Woran wirst du gemessen? Wo hast du Entscheidungsspielräume, wo nicht?

Ein klärendes Gespräch mit deinem Vorgesetzten hilft da sehr. Denn dann wird dir das mit den Erwartungen schon mal viel klarer.

Mach dir bewusst: Du kannst nicht führen, wenn du nicht weißt, was deine Aufgabe ist. Und dein Team kann dich nicht ernst nehmen, wenn du nicht klar in deiner Rolle bist.

Ein Tipp: Setz dich in den ersten Wochen aktiv mit deinem eigenen Rollenverständnis auseinander. Notiere dir:

  • Was ist meine Verantwortung?

  • Was sind meine Ziele?

  • Was will ich im Team bewirken?

  • Wie möchte ich führen und was ist mir dabei wichtig?

Wenn du das für dich klar hast, kannst du es auch nach außen vertreten. Und du wirkst automatisch souveräner. Auch, wenn du noch nicht jede Antwort kennst.

3. Finde deinen Führungsstil. Orientiere dich an anderen, aber werde keine Kopie!

Gerade am Anfang neigen viele dazu, sich an Vorbildern zu orientieren. Das ist auch gut, solange du nicht versuchst, jemand zu sein, der du nicht bist.

Du musst nicht der „harte Entscheider“ sein, wenn du eigentlich teamorientiert arbeitest. Und du musst auch nicht der kumpelhafte Coach sein, wenn du eher strukturiert und klar führst.

Erlaube dir, deinen eigenen Führungsstil zu entwickeln. Das geht durch Erfahrung, Feedback und ehrliche Selbstreflexion.

Frage dich regelmäßig:

  • Was fällt mir leicht?

  • Was überfordert mich?

  • Wo reagiere ich instinktiv und ist das immer hilfreich?

  • Welche Rückmeldungen bekomme ich und was lerne ich daraus?

Und ganz wichtig: Führung heißt nicht, alles alleine zu machen. Such dir Sparringspartner. Ob Mentor:in, Coach oder Kolleg:in. Führung im Dialog ist keine Schwäche, sondern ein Zeichen von Reife.

Fazit: Führung ist ein Lernprozess, wenn man sie ernst nimmt

Der Schritt vom Teammitglied zur Führungskraft ist kein Einmalereignis, sondern eine echte Transformation.

Wenn du neu in Führung bist (oder gerade jemanden begleitest, der es ist): Mach dir klar, dass das eine Entwicklung ist, kein einmaliger Schritt.

Das Gute daran: Du musst dafür kein Naturtalent sein.

Alles, was du brauchst, sind Offenheit, Interesse an Menschen, Disziplin und die Bereitschaft, zu lernen.

Denn die Antwort auf die Frage: „Wie werde ich eine gute Führungskraft?“

lautet: „Indem du dir Zeit gibst, Klarheit schaffst und konsequent an deinem eigenen Führungsstil arbeitest. Schritt für Schritt.“

Am besten nicht nur mit „Try and Error“, sondern unterstützt durch Feedback, Training und Sparringspartner.

Kleiner Bonus: Wenn du frisch in die Rolle einer Führungskraft geschlüpft bist, dann habe ich noch was für dich. Du kannst dir hier den Gratis First Time Leadership Guide abholen. 

 

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